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08.08.2020 09:49 (dpa) Tropenmediziner: Hygienemaßnahmen in Schulen ausreichend

Rostock (dpa/mv)

Nach dem Auftreten von Corona-Infektionen an zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hält der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger die zum Schulanfang beschlossenen Hygienemaßnahmen für ausreichend. Er verwies auf die am vergangenen Dienstag in Kraft getretene Maskenpflicht an den Schulen im Land. Schüler und Eltern müssen Masken in den Fluren tragen, nicht jedoch im Klassenraum und im Unterricht selbst. Dabei müsse auch die niedrige Fallzahl unter Kindern beachtet werden, sagte Reisinger der Deutschen Presse-Agentur.

An einer Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) war ein Kind betroffen. Der Ursprung der Infektion ist laut Reisinger noch nicht bekannt. Darüber hinaus wurde bei einer Lehrerin in Ludwigslust eine Corona-Infektion diagnostiziert. In beiden Schulen wurden Quarantänemaßnahmen angeordnet.

Reisinger reagierte damit auf Forderungen des Deutschen Lehrerverbands nach schärferen Hygienevorkehrungen in den Schulen in ganz Deutschland. Lediglich Nordrhein-Westfalen, das nächsten Mittwoch ins neue Schuljahr startet, habe demnach den richtigen Weg eingeschlagen. Dort muss auch im Unterricht eine Maske getragen werden, in anderen Ländern kann der Mund-Nasen-Schutz nach bisherigen Planungen am Platz abgenommen werden.

Schüler kommen am ersten Schultag nach den Sommerferien in die Schule.
08.08.2020 09:38 (dpa) Lewentz betrachtet Oldtimer-Rallye am Wochenende mit Sorge

Mainz (dpa/lrs)

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz beobachtet mit Sorge, dass bei der Oldtimer-Rallye am Wochenende am Nürburgring bis zu 5000 Zuschauer kommen dürfen. «Ich hoffe, dass es keine Pandemie-Folgen gibt», sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die Kreisverwaltung in Ahrweiler habe das so entschieden und trage damit auch die volle Verantwortung. Das Gesundheitsministerium habe dies anders gesehen und immerhin 1000 Zuschauer für möglich gehalten. «Veranstaltungen mit so vielen Zuschauern haben wir derzeit noch nicht wieder in Rheinland-Pfalz», so Lewentz.

«Der Nürburgring bietet allerdings auch großzügige Möglichkeiten, Personen auseinander zu setzen. Er ist dafür sehr gut geeignet», betonte der Innenminister. «Und es gibt wahrscheinlich weniger Plätze bei dieser Veranstaltung, an denen die Zuschauer wie beim Fußball hoch emotional zusammenstehen.» Der Nürburgring habe zudem ein sehr gutes Hygienekonzept vorgelegt.

«Wir werden diese Veranstaltung mit 5000 Zuschauer bewerten und hoffen, dass alles gut geht», sagte Lewentz. «Das nächste Thema ist dann die Formel 1.» Bis dahin müsse die Entwicklung der Infektionszahlen sehr genau betrachtet werden.

Das Gesundheitsministerium hatte die Entscheidung des Kreises Ahrweiler kritisiert, bis zu 5000 Zuschauer zuzulassen. Diese «deutliche Abweichung» stehe nicht im Einklang mit der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes, die für Veranstaltungen im Freien grundsätzlich eine Grenze von 350 Menschen unter Hygieneauflagen vorschreibe. Die Verwaltungen der Kreise und kreisfreien Städte können in begründeten Einzelfällen Ausnahmegenehmigungen für die in der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes getroffenen Regelungen für Veranstaltungen erteilen.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD).
08.08.2020 09:09 (dpa) Deutlich weniger Teilnehmer für «Querdenken»-Demo erwartet

Stuttgart (dpa)

Nach der großen Berliner Demonstration gegen die Corona-Auflagen rechnet die Initiative «Querdenken 711» mit deutlich weniger Zuspruch bei einem neuen Protest in Stuttgart. Für eine Demonstration (12.00 Uhr) und eine Kundgebung (15.30 Uhr) am Samstag wurden jeweils 500 Teilnehmer angemeldet, wie ein Stadtsprecher sagte.

In den vergangenen Wochen hatten die Stuttgarter Proteste zunehmend weniger Menschen angesprochen. Bei einem «Fest für Frieden und Freiheit» waren nur einige Hundert Besucher gezählt worden. Zu der mehrstündigen Kundgebung im Schlossgarten waren laut Stadt 5000 Teilnehmer angemeldet.

In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst. Zu der Demo hatte «Querdenken 711» aufgerufen. «Polizei und Versammlungsbehörde haben ein waches Auge auf die Teilnehmer und den Umgang mit den Vorgaben», warnte deshalb ein Sprecher der Stadt im Vorfeld des Stuttgarter Protestes. Für die Stuttgarter Demos gebe es aber keine Maskenpflicht - aber es müsse Abstand gehalten werden.

Eine weitere Veranstaltung von Kritikern der Verordnungen ist für den Sonntag in Dortmund geplant. Dort werden rund 1500 Menschen erwartet.

08.08.2020 08:28 (dpa) Fonds und Zuschüsse: Corona-Hilfen für Studenten im Land

Magdeburg (dpa/sa)

Viele Hochschulen im Land haben in den vergangenen Monaten für coronabedingt in Not geratene Studentinnen und Studenten spezielle Finanzhilfen auf die Beine gestellt. Die Unterstützungen reichten von Nothilfefonds wie «Guericke hilft!» an der Universität Magdeburg über Beratungen bis zu speziellen Hilfen für ausländische Studierende, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch die Studierendenwerke in Halle und Magdeburg unterstützten die in Not geratenen Männer und Frauen.

Studenten sitzen bei einer Vorlesung in einem Hörsaal der Martin-Luther-Universität.
08.08.2020 08:25 (dpa) Krankenhausgesellschaft sieht sich für zweite Welle gerüstet

Leipzig (dpa/sn)

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen sieht die Kliniken im Land für eine zweite Corona-Welle gut gerüstet. «Es gibt nach wie vor ausreichend Kapazitäten an Intensiv- und Beatmungsplätzen, die entsprechend des Bedarfs sofort aktiviert werden können», sagte Friedrich R. München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft in Leipzig. Aktuell stünden in Sachsen bei Bedarf sofort mehr als 500 intensivmedizinische Betten zur Verfügung.

Basierend auf der «ersten Welle» seien sowohl seitens der Krankenhäuser, aber auch aller anderen Beteiligten im Lande zahlreiche Erfahrungen gemacht worden, die der Patientenversorgung aktuell zugute kämen, so München. So sei bereits im März «schnell und unbürokratisch eine krankenhauszentrierte Koordinationsstruktur» aufgebaut worden, die weiterhin aktiv genutzt werde. Dabei würden sich die Krankenhäuser, das Sozialministerium und weitere Beteiligte wie der öffentliche Gesundheitsdienst regelmäßig zu Fragen der Patientenversorgung, zu logistischen und organisatorischen Belangen des Corona-Geschehens abstimmen. Federführend seien dabei die drei sächsischen Maximalversorgungs-Krankenhäuser. Das sind die Unikliniken Dresden und Leipzig sowie das Klinikum Chemnitz.

Zu Beginn der Corona-Pandemie sei auch in Sachsen der Mangel an Schutzausrüstungen ein gravierendes Problem gewesen. «Zwischenzeitlich waren alle Krankenhäuser bestrebt, ihre Vorhaltung an Schutzausrüstung, aber auch an Arzneimitteln und anderem medizinischen Material auszubauen, so dass wir davon ausgehen, dass es bei einer zweiten Pandemiewelle nicht zu Engpässen kommen wird», sagte München.

Eine Frau geht auf der Corona-Intensivstation der Uniklinik Dresden durch einen Gang.
08.08.2020 05:10 (dpa) Ärzteverband warnt vor wachsender Nachlässigkeit

Berlin (dpa)

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie in Deutschland. «Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da», sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen. «Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.» Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

Johna mahnte, es gebe Dinge, die man sich jetzt nicht leisten sollte. «Dazu gehört, es zu tolerieren, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr die Maske als Kinnschutz tragen. Das ist auch schnell eine Großveranstaltung, wenn in einem vollen Waggon viele Menschen eng beieinanderstehen.» Vielleicht müsse man manche auch wieder damit konfrontieren, dass die Covid-19-Erkrankung weiter gefährlich sei.

«Viele empfinden das nicht mehr als Realität, weil sie in ihrem Bekanntenkreis niemanden kennen, der relevant erkrankt ist», erklärte die Verbandschefin. «Manche haben dadurch das Gefühl, es sei weit weg. Aber es ist nicht weit weg.» Es gebe weiter schreckliche Schicksale Erkrankter, denen auch modernste Mittel der Medizin nicht mehr helfen konnten. «Was häufig vergessen wird: Unter den Erkrankten gibt es auch Menschen, die lang andauernde Schäden zurückbehalten.»

Johna befürwortete es, den Schulunterricht wieder aufzunehmen. «Die Schule ist eine Großveranstaltung - aber eine, die wir uns leisten müssen.» Dafür sei es wichtig, Corona-Regeln gut festzulegen. «Die Überlegungen dazu kommen teilweise erstaunlich spät, denn das Schuljahr beginnt ja nun nicht überraschend.» Dazu gehöre eine Strategie zum regelmäßigen Belüften der Räume, die auch im Herbst und Winter durchzuhalten sei. Sinnvoll seien auch Masken auf dem Schulhof gerade in beengteren Bereichen. «Während des Unterrichts halte ich das nicht für angebracht. Da gibt es ja auch Abstandsregeln.»

Beim Krisenmanagement bleibe es wichtig, möglichst alle Corona-Fälle nachzuverfolgen, machte Johna deutlich. «Wenn wir einzelnen Fällen nicht mehr nachgehen, dann stoßen wir manchmal gar nicht auf eine Häufung von Infizierten.» Dafür müssten die Gesundheitsämter dauerhaft personell gestärkt werden, gerade im ärztlichen Bereich. «Der öffentliche Gesundheitsdienst war schon vor Corona wichtig. Nur galt bisher: hoch gelobt und mies bezahlt. Damit muss Schluss sein, auch um dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen.»

Mit Blick auf die Kliniken sagte die Verbandschefin, für wieder steigende Corona-Patientenzahlen sollten in den Ländern regionale Stufenkonzepte entwickelt werden. «Passend zu den Einwohnerzahlen, sollte in Stufe 1 eine Kapazität an Intensivbetten frei gehalten werden. Wenn diese zu 70 oder 80 Prozent belegt sind, müsste automatisch die nächste Stufe ausgelöst werden, die weitere freie Betten vorsieht. In einer dritten Stufe könnte dies dann damit verbunden sein, planbare Operationen einzuschränken.»

Johna betonte: «Wir sollten so lange wie möglich die normale Krankenhausversorgung aufrechterhalten und Patienten ermutigen, mit ernsten Erkrankungen in die Kliniken zu kommen.» Inzwischen seien auch Hygienekonzepte mit getrennten Wegen realisiert. «Wir hoffen, dass wir nicht erneut eine Knappheit an Schutzausrüstung erleben müssen», sagte die Chefin des Marburger Bundes, der unter anderem Klinikärzte vertritt. Das Material in den Lagern der Krankenhäuser sollte auch noch einmal überprüft werden, denn leider habe ein Teil der Lieferungen nach Deutschland nicht den Standards entsprochen.

Johna schlug zudem spezielle Quarantäneregeln für Menschen vor, die bei Veranstaltungen mit vielen Infizierten waren und mit vielen Mitbewohnern zusammenleben. Sie sollten nicht zu Hause isoliert werden, sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). «Für solche Personen müssen wir eine besondere Quarantänesituation anbieten, etwa in Hotels, und sie für eine Woche auch von ihrer Familie oder anderen Mitbewohnern fernhalten.» Um mehr Akzeptanz zu erreichen, könnten Quarantänezeiten auch von 14 Tagen auf die Hälfte verkürzt werden. Sieben Tage könnten ausreichen, vor allem in Verbindung mit einem abschließenden negativen Test.

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie.
07.08.2020 22:07 (dpa) Erneut Corona-Infizierter in Bar: Suche nach Kontaktpersonen

Berlin (dpa/bb)

In Berlin werden erneut öffentlich Bar-Besucher gesucht, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben. In einer Bar in Mitte habe sich in der Nacht auf den 30. Juli eine Person aufgehalten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte das Bezirksamt Mitte am Freitagabend mit. «Wir bitten deshalb alle Gäste, die sich (in jener Nacht) zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens in der Neuen Odessa Bar in Berlin Mitte aufgehalten haben, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen», teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit.

Es ist der dritte Fall dieser Art in Berlin: Auch Besucher einer Neuköllner Bar sowie einer weiteren Bar in Mitte waren wegen Corona-Fällen öffentlich gesucht worden. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der anderen Bar in Mitte mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. In der Kneipe in Neukölln hatten sich zahlreiche Gäste infiziert.

Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte jüngst kritisiert, dass zu viele Restaurants und Kneipen keine Corona-Listen mit den Kontaktdaten ihrer Gäste führten. Zudem gebe es viele Gäste, die sich weigerten, die Listen auszufüllen oder die sie falsch ausfüllten. Der Verband appellierte an beide Seiten, sich an die Vorschriften zu halten. Es sei fatal, wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen sollten.

Stephan von Dassel (Bündnis90/Die Grünen), Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte.
07.08.2020 19:59 (dpa) Prostitution im Saarland unter Bedingungen wieder erlaubt

Saarbrücken (dpa/lrs)

Nach einer Gerichtsentscheidung hat das Saarland das Verbot von Prostitution in der Corona-Pandemie aufgehoben. Die «Erbringung sexueller Dienstleistungen» sei unter speziellen Vorgaben wieder zugelassen, teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie am Freitagabend mit. Grundlegend seien entsprechende Hygienekonzepte sowie die Kontaktnachverfolgung.

Vorangegangen war ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes vom Donnerstag, wonach sexuelle Dienstleistungen in bestimmtem Rahmen wieder erlaubt werden sollen. Die Richter gaben dem Eilantrag einer Bordellbetreiberin gegen das generelle Verbot und die Ausübung des Prostitutionsgewerbes statt. Geklagt hatte die Betreiberin einer kleinen Prostitutionsstätte. Die Richter hatten unter anderem auf die weniger strenge Handhabung in anderen Bundesländern bezogen auf kleine Prostitutionsstätten verwiesen.

Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft.
07.08.2020 18:56 (dpa) Änderungen bei Corona-Bußgeldkatalog: Neufassung dauert noch

Hannover (dpa/lni)

Eine Neufassung des Bußgeldkataloges im Zusammenhang mit Niedersachsens Corona-Verordnung wird voraussichtlich nicht vor Ablauf der kommenden Woche veröffentlicht. Bei der Abstimmung, in der sich der Entwurf momentan befinde, hätten sich zahlreiche Änderungsbedarfe ergeben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Bei welchen Punkten genau, dazu machte sie keine Angaben.

Vor wenigen Tagen hatte das Ministerium eine Neufassung angekündigt, die für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsehe - wie auch in Nordrhein-Westfalen soll bei Verstößen in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassiert werden. Bislang sah der Bußgeldkatalog für Maskenverweigerer in Niedersachsen 20 Euro Strafe vor, die konkrete Höhe liegt aber im Ermessen der örtlichen Behörden.

Der derzeitige Entwurf wird laut Gesundheitsministerium unter Einbindung aller beteiligten Ressorts der Landesregierung sowie der kommunalen Spitzenverbände noch einmal grundlegend überarbeitet.

Ein Frau hält vor einem Bäckereigeschäft ihren Mundschutz in der Hand.
07.08.2020 18:56 (dpa) Kassenärztliche Vereinigung fordert kostenlose Corona-Tests

Hannover (dpa/lni)

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) fordert kostenlose Corona-Tests für alle Bürger und kritisiert die Abrechnungsbestimmungen bei den Tests. «Sie widersprechen der medizinischen Gesamtlage, aber auch dem natürlichen Gerechtigkeitsempfinden vieler Patienten und Ärzte», wird der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Jörg Berling in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Während bei der Anreise - etwa von Hotels verlangte - Corona-Tests selbst bezahlt werden müssten, sehe das bei der Rückkehr anders aus: Dann ist der Test kostenlos. Allerdings nur für Auslandsrückkehrer. Wer im Inland bleibe, habe keinen Anspruch, auch wenn er sich in der Nähe eines Hotspots einquartiert hätte, erklärte Berling.

Widersinnig ist laut KVN auch, dass wenn ein Kind für eine Operation im Krankenhaus aufgenommen wird, die Klinik einen Test machen muss. Die erwachsene Begleitpersonen, die vielleicht im Krankenhaus übernachten möchte, müsste den geforderten Test selbst zahlen.

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle.
07.08.2020 18:48 (dpa) Zahl der bestätigten Infektionen in Berlin weiter gestiegen

Berlin (dpa/bb)

In Berlin geht die Zahl der registrierten Corona-Infektionen weiter nach oben. Am Freitagabend meldete die Senatsverwaltung für Gesundheit 9639 bestätigte Fälle. Das war ein Anstieg von 97 Neu-Infektionen gegenüber den am Donnerstag gemeldeten Fällen.

Laut Mitteilung sind 4746 Infizierte männlich und 4892 weiblich. Bei einer Person sei das Geschlecht nicht übermittelt worden. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 37 Menschen, davon 16 intensivmedizinisch. Die anderen seien zu Hause isoliert.

Bislang sind laut Verwaltung 224 Patienten an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Neue Todesfälle kamen demnach nicht hinzu. In der Altersgruppe von 80 bis 89 Jahren starben die meisten - es waren 83 Menschen. Im Alter von 70 bis 79 Jahren starben 62 Patienten. 39 der Gestorbenen waren älter als 90 Jahre.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, blieb die Ampel auf Grün. Der Senat will Gegenmaßnahmen umsetzen, sobald zwei der drei Ampeln auf Rot springen sollten.

Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus.
07.08.2020 18:47 (dpa) Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Hamburg (dpa/lno)

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich bei ihrer Rückkehr nach Hamburg von heute an verpflichtend einem Corona-Test unterziehen, sofern sie keinen gültigen Test vorlegen. Weiterhin gelte: Wer von Reisen in Risikoländer zurückkehre, müsse sich verpflichtend 14 Tage in Quarantäne begeben und sich beim Gesundheitsamt melden, teilte die Sozialbehörde mit. Von der Quarantäne könne nur mit einem anerkannten, negativen Testergebnis abgesehen werden.

Wer etwa per Bus, Schiff oder Flugzeug einreist, erfüllt den Angaben zufolge die Meldepflicht, indem eine Aussteigekarte ausgefüllt wird, die an das Gesundheitsamt weitergegeben wird. Melden müsse sich auch, wer Covid-19-Symptome zeige und in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sei.

In Hamburg landende Flugreisende können den Test noch am Airport machen. Für alle anderen Personen habe die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg zwei Corona-Testzentren eingerichtet. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, aber ein Nachweis über die zurückliegende Reise müsse vorgewiesen werden. Außerdem muss das Testergebnis 14 Tage aufbewahrt werden.

Maßgebend für die Einstufung als Risikogebiet ist die beim Zeitpunkt der Einreise gültige Definition gemäß Veröffentlichung durch das Robert Koch-Institut (RKI). Dazu zähle derzeit trotz der zum Teil aufgehobenen Reisewarnung des Auswärtigen Amts auch die ganze Türkei.

Ein Mitarbeiter des DRK steht in einem Testzentrum am Hamburger Flughafen.
07.08.2020 18:36 (dpa) 105 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Stuttgart (dpa/lsw)

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37 752 gestiegen. Das sind 105 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Freitag mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 34 844 Menschen gelten als genesen.

Derzeit seien geschätzt 1050 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1858 an - das sind sechs mehr als am Donnerstag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,89 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2.
07.08.2020 18:11 (dpa) Sieben weitere Corona-Infizierte im Saarland

Saarbrücken (dpa/lrs)

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Saarland ist am Freitag um sieben auf 2888 gestiegen. 174 Menschen sind an der Infektion gestorben, die Zahl blieb damit weiter konstant, wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte (Stand 17 Uhr). Sieben Infizierte würden derzeit in Krankenhäusern behandelt - darunter ein Mensch intensivmedizinisch. Die Zahl der Genesenen betrug demnach 2651.

Eine undatierte elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus (SARS-CoV-2).
07.08.2020 18:05 (dpa) Erste Schulen machen schon wieder zu

Berlin/Schwerin (dpa)

Nur wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs sind in Mecklenburg-Vorpommern zwei Schulen bereits wieder geschlossen worden.

Eine Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) bleibt wegen eines mit Corona infizierten Schülers zwei Wochen zu, ein Gymnasium in Ludwigslust mit rund 800 Schülern wird bis einschließlich Mittwoch kommender Woche geschlossen, nachdem eine Lehrerin positiv getestet wurde.

Mit Sorge richten sich die Blicke jetzt auch auf andere Bundesländer, wo die Schule in der kommenden Woche wieder beginnt. Darunter ist das bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen.

LEHRERVERBAND FORDERT ALS KONSEQUENZ: MASKE IM KLASSENZIMMER

Der Deutsche Lehrerverband forderte angesichts der Schließungen im Nordosten angepasste Hygienemaßnahmen in den Schulen in ganz Deutschland, die über die bisherigen Konzepte hinausgehen. Seiner Ansicht nach sollten alle dem Weg Nordrhein-Westfalens folgen, das als einziges Bundesland bisher eine Maskenpflicht für ältere Schüler auch im Unterricht plant.

In vielen Ländern sind Masken zwar in der Schule, aber nicht am Platz im Klassenraum vorgesehen. Masken im Unterricht seien «zwar nicht ideal für ein lebendiges Unterrichtsgeschehen», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur, «aber ein Opfer, das zu bringen ist, wenn wir wieder vollständigen Unterricht haben wollen, zumindest befristet, solange die Infektionszahlen in Deutschland weiter steigen».

KRITIK AN KOMPLETTEN SCHLIESSUNGEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Die positiv getestete Lehrerin an dem Gymnasium in Ludwigslust, rund 40 Kilometer südlich von Schwerin, hatte nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) zwar in der ersten Schulwoche keinen Unterricht erteilt, vor Schulbeginn aber an einer Fortbildung teilgenommen. Umfassende Tests sollten nun zeigen, ob dabei auch andere Lehrer angesteckt wurden. An der zweiten betroffenen Schule, der Grundschule in Graal-Müritz, wurden vorsorglich alle Kinder, Lehrer und Mitarbeiter in Quarantäne geschickt.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg äußerte sich kritisch zu dem Vorgehen. «Wenn ein Schüler oder ein Lehrer infiziert ist, darf es auf keinen Fall dazu führen, dass sofort die ganze Schule zugemacht wird», sagte er am Freitag im Sender «Welt». Das sei nicht das Vorgehen, wie es in den nächsten Wochen und Monaten stattzufinden habe. Schmidt-Chanasit gehört zu einer Gruppe namhafter Virologen, die in einer am Freitag verschickten Stellungnahme, Vorschläge für die Gestaltung des Schulbetriebs machten.

KLEINGRUPPEN, LÜFTEN UND LÄNGERE FERIEN

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem «aus alleiniger virologischer Sicht», wie es einschränkend heißt, für das «konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts» aus.

«Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen», heißt es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass «pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch» in den Schulen gefunden werden.

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektionsaktivität zu verringern. In dem Schreiben warnen die Experten auch «vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen». Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft.

VORSICHT IST DIE MUTTER DER PORZELLANKISTE Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert verteidigte das harte Vorgehen in Mecklenburg-Vorpommern mit sofortigen Schulschließungen. Er glaube, da sei Vorsicht die Mutter der Porzellankiste, sagte er am Freitag bei «Welt». «Jetzt lieber ein bisschen überreagieren, falls es sich so im Nachhinein herausstellen sollte (...) Wir wollen alle nicht verantworten, dass wir einen unkontrollierten Ausbruch haben, der zu einem zweiten Lockdown führt.»

Der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern hat nach den Sommerferien gerade erst wieder begonnen (Symbol).
07.08.2020 17:54 (dpa) Quarantäne für Flüchtlings-Aufnahmeeinrichtung beendet

Magdeburg/Halle (dpa/sa)

Die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Magdeburg stehen nicht mehr unter Quarantäne. Die Beschränkung wurde aufgehoben, nachdem auch die letzten Corona-Tests der insgesamt 257 Bewohnerinnen und Bewohner negativ ausgefallen waren, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes am Freitag mitteilte. Die Einrichtung hatte eineinhalb Wochen unter Quarantäne gestanden.

Grund dafür war, dass Ende Juli bei einem neu angekommenen Mann das Coronavirus nachgewiesen worden war. Er und seine Frau wurden direkt nach der Ankunft getestet. Nach dem positiven Befund wurde das Ehepaar in die für Quarantänefälle eingerichtete Außenstelle nach Quedlinburg im Harz gebracht. Vorsichtshalber wurden danach auch alle Bewohner der Magdeburger Erstaufnahme auf das Virus getestet.

07.08.2020 17:50 (dpa) Rund 50 000 Reisende nehmen Corona-Tests in Anspruch

München (dpa/lby)

An Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnraststätten in Bayern haben sich bisher rund 50 000 Menschen freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Allein am Münchner Flughafen seien 13 771 Abstriche genommen worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bei einem Besuch des dortigen Testzentrums am Freitag. Auch an den Raststätten sei die Nachfrage groß. Demnach ließen sich allein am Testzentrum an der Autobahn 3 zuletzt täglich rund 2000 Menschen testen.

Gesamtzahlen darüber, wie viele Reisende in den bayerischen Testzentren bisher nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren, liegen nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang nicht vor. Nach aktuellem Stand bewege sich der Anteil positiver Tests an den Flughäfen Nürnberg und München im Promillebereich, in Memmingen liefe die Zahl der Fälle im niedrigen einstelligen Bereich, teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit.

Die Landratsämter in Rosenheim und Traunstein meldeten zudem für einzelne Testzentren Zahlen zu positiven Befunden. So wurden an der Autobahn 93 bei Kiefersfelden bislang 8 von knapp 2300 Reisenden positiv auf das neue Coronavirus getestet, an der Raststätte Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 waren es 18 von 3583 Tests.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3). Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift am Samstag bundesweit eine Testpflicht.

Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.
07.08.2020 17:49 (dpa) Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Düsseldorf (dpa/lnw)

Für Rückkehrer aus Risikogebieten greift von heute an bei der Heimkehr nach Nordrhein-Westfalen die Testpflicht auf das Coronavirus. In Düsseldorf sind dafür schon seit vergangener Woche Teststellen am Flughafen geschaffen worden. Die Testkapazitäten im Sicherheitsbereich des Airports werden nun erweitert. Auch am Köln-Bonner Flughafen kann man sich testen lassen.

Die Flugreisenden haben drei Tage Zeit, sich auch woanders testen zu lassen, müssen bis zum Ergebnis aber in häusliche Quarantäne, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Die Testpflicht gilt den Behörden zufolge nicht, wenn man ohne Zwischenaufenthalt durch ein Risikogebiet reist.

Mit Blick auf die Testpflicht würden Kapazitäten des Airport-Testzentrums in Düsseldorf nun kurzfristig aufgestockt, teilte ein Sprecher mit. Neben einer Verdoppelung der Anmeldeplätze von sechs auf zwölf wird auch die Anzahl der Abstrichkabinen von 6 auf 14 erweitert.

Am letzten Ferienwochenende werden am größten Flughafen Nordrhein-Westfalens rund 60 Landungen aus Risikogebieten erwartet - mit etwa 8000 Passagieren.

Ein Corona-Test.
07.08.2020 17:49 (dpa) Mehr Mitarbeiter für Corona-Tests am Flughafen Schönefeld

Potsdam (dpa/bb)

Am Flughafen Schönefeld werden zum Ferienende der Länder Brandenburg und Berlin zusätzliche Mitarbeiter für die Corona-Teststelle eingesetzt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam am Freitag mit. Zum Start der Testpflicht sei am letzten Ferienwochenende mit einer deutlich höheren Nachfrage an Corona-Tests am Flughafen zu rechnen, hieß es.

Bereits seit Donnerstag steht den Angaben zufolge am Flughafen für Passagiere aus Risikogebieten mehr Platz für Tests auf das Coronavirus zur Verfügung. Die Teststelle ist demnach vom Terminal L ins Terminal M umgezogen. Dort führten Mitarbeiter täglich zwischen 8 und 21 Uhr Tests auf das Coronavirus durch.

Von diesem Samstag (8.8.) an sind dann nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums Tests für Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend. Solange kein negatives Testergebnis vorliege, müssten sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben. Fällt der Test positiv aus, ist in jedem Fall eine zweiwöchige Quarantäne notwendig.

Auch die Landeshauptstadt Potsdam reagiert auf die Verordnung für Reiserückkehrende aus Risikogebieten und öffnet zum Wochenende eine Abstrichstelle. Nach Informationen des Gesundheitsamtes ist die Stelle in der Jägerallee 2-6 am Samstag und Sonntag jeweils von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr für Tests geöffnet.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert-Koch-Instituts hervor - derzeit stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra darunter.

Ein Arzt nimmt in der Corona-Teststelle am Flughafen Schönefeld einen Abstrich
07.08.2020 17:44 (dpa) Corona-Testpflicht startet: Zentrum am Flughafen Hannover

Hannover (dpa/lni)

Ab heute gilt die Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten. Um alle betroffenen Rückkehrer untersuchen zu können, arbeiten jeweils 15 Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) am Flughafen Hannover in drei Schichten, wie eine Sprecherin des Landesverbands Niedersachsen/Bremen mitteilte. Sollte der Andrang zu groß sein, kann aufgestockt werden. Einer Flughafensprecherin zufolge werden acht Flüge aus vom Robert Koch-Institut (RKI) gelisteten Risikogebieten erwartet: Sechs aus der Türkei sowie jeweils eine Maschine aus Belarus und dem Kosovo.

Die Passagiere müssen sich aber nicht am Flughafen untersuchen lassen, wo bereits vor gut einer Woche das Zentrum für zunächst freiwillige Tests errichtet wurde. Sie können das schon im Urlaubsland erledigen - der sogenannte PCR-Test darf aber nicht älter als 48 Stunden sein und muss in deutscher oder englischer Sprache dokumentiert werden. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium weiter mitteilte, können Rückkehrer aber auch innerhalb von drei Tagen ihren Hausarzt oder ein Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) aufsuchen. «Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben», betonte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler. Wer der Testpflicht nicht nachkomme, begehe eine Straftat.

Ein Corona-Test wird bei einem ankommenden Passagier durchgeführt.
07.08.2020 17:42 (dpa) Umfrage: Große Mehrheit besorgt über Umgang mit Corona

Ravensburg (dpa/lsw)

Eine große Mehrheit der Menschen über 18 Jahren in Baden-Württemberg macht sich nach einer Umfrage Sorgen um einen zu leichtfertigen Umgang mit der Corona-Pandemie. 85,6 Prozent der Befragten im Südwesten gaben an, besorgt zu sein, dass einige Menschen durch Missachtung der Corona-Regeln die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden.

Das Ergebnis der Umfrage von «Schwäbischer Zeitung» und dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey für Bayern fällt mit 83,2 Prozent etwas geringer aus. Bundesweit äußerten sich 84,1 Prozent besorgt. Gefragt wurde: «Sind Sie aktuell besorgt, dass einige Menschen durch die Missachtung der Corona-Maßnahmen die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden?»

Bei den Befragten über 65 Jahren liegt der Anteil derer, die angesichts des Verhaltens der Corona-Verweigerer besorgt sind, bei knapp 92 Prozent - so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe. Bei der Parteipräferenz fallen die Anhänger der AfD auf. Von ihnen ist nur etwa nur ein Drittel besorgt.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) sagte der Zeitung, die Ergebnisse seien für ihn nicht überraschend. «Dies bestätigt meinen Eindruck, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bereit ist, die Maßnahmen zum Schutz ihrer und der Gesundheit anderer zu akzeptieren.»

Die Menschen gingen sehr verantwortlich mit den vorgegebenen Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen um. «Jeder und jede hat es in der Hand, dass wir gut durch den Herbst und Winter kommen.» Man dürfe sich nicht beirren lassen von jenen, die gegen die Maßnahmen protestieren. «Bei der Bewältigung einer globalen Pandemie halte ich es für zumutbar, beim Einkaufen eine Maske aufzusetzen und mit Abstand meinen Alltag zu gestalten.»

07.08.2020 17:41 (dpa) Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer beginnt

Stuttgart (dpa/lsw)

Urlauber aus Corona-Risikogebieten müssen sich von heute an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen: An den Flughäfen in Stuttgart und Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden seien Teststationen eingerichtet worden, teilte das Sozialministerium mit. Zunächst sei es wichtig gewesen, schnell kostenlose Testmöglichkeiten an den Flughäfen zu schaffen, da hier die meisten Reisenden aus Risikogebieten ankämen. Der Test für die Urlauber entfällt, wenn sie schon ein frisches negatives Ergebnis dabei haben.

Alternativ könnten Reiserückkehrer aus dem Ausland den entsprechenden Test auch kostenlos bei niedergelassenen Ärzten machen lassen. Ebenso möglich sei dies durch die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren. Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 der weltweit knapp 200 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste.

Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.
07.08.2020 17:39 (dpa) Corona-Testpflicht am Frankfurter Flughafen startet

Frankfurt/Main (dpa/lhe)

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift ab heute eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen. Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich. Die Tests sollen direkt an Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten.

Der Frankfurter Flughafen erwartet am Wochenende keinen Ansturm auf die beiden Testcenter am größten deutschen Airport. «Wir rechnen nicht damit, dass die Zahlen explodieren», sagte Benedikt Hart, Leiter des DRK-Testzentrums am Flughafen. Im Durchschnitt seien in den letzten Tagen 1700 bis 1800 Tests täglich durchgeführt worden. Hart geht davon aus, dass diese Zahl heute «vielleicht um 200 ansteigt». Das sei zu bewältigen.

Nach Angaben des Flughafenbetreiber Fraport kommen derzeit rund 16 000 Passagiere aus Risikogebieten pro Woche in Frankfurt an. «Die Infrastruktur ist da», sagte eine Sprecherin. Neben dem - kostenlosen - Center des Deutschen Roten Kreuzes bietet die Firma Centogene im Übergang zwischen dem Terminal 1 und dem Fernbahnhof kostenpflichtige Covid-19-Tests an. Aktuell sind 130 Staaten als Risikogebiete eingestuft.

Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.
07.08.2020 17:39 (dpa) Mediziner: Corona ist Herausforderung für psychisch Kranke

Senftenberg (dpa/bb)

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen können soziale Isolation oder Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie zu einer besonderen Herausforderung werden. Darauf hat der Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Gesundheit (ZfPG) des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Karsten Wolff, hingewiesen.

Anlässlich eines Besuchs von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag informierte der Mediziner über die Erfahrungen in der Corona-Zeit. Es sei eine Zunahme psychischer Erkrankungen spürbar, stellte Wolff fest. «Wir sehen mehr Depressionen, Suizidversuche und Vereinsamung.» Corona und die damit verbunden Unsicherheiten, Existenzängste und Isolation drückten spürbar auf die Seele und führten zu ernsten Erkrankungen.

Woidke bedankte sich bei den Mitarbeitern des Klinikums für ihre Arbeit. Das Land sei nach wie vor mittendrin in der Corona-Pandemie, sagt er. «Jeder einzelne von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Pandemie in Brandenburg milde verläuft und so das Gesundheitssystem und die Gesellschaft nicht überfordert.»

Das Klinikum im Süden Brandenburgs ist nach eigenen Angaben mit Testkapazitäten im eigenen Labor und ausreichend Schutzausrüstung ausgestattet. Zudem gebe es die Möglichkeit, innerhalb von zwei bis drei Tagen Bettenkapazitäten für Corona-Patienten zu erweitern, um gut auf einen Anstieg von Infektionszahlen vorbereitet zu sein. Die Klinik hat die Beatmungsplätze inzwischen von sechs auf 35 erweitert.

07.08.2020 17:38 (dpa) Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Berlin (dpa/bb)

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift am Samstag eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. In Berlin sind dafür schon Mitte vergangener Woche Teststellen an den beiden Flughäfen und dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eingerichtet worden. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen.

Bis zu drei Tage haben die Rückkehrer nach der Ankunft Zeit, um sich kostenfrei testen zu lassen, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests sollen direkt an den Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig können sich schon seit vergangenem Samstag alle Einreisenden kostenlos testen lassen.

An den Berliner Flughäfen rechnen die Betreiber mit rund 2000 Passagieren täglich, die die neue Pflicht betreffen wird. An beiden Standorten wird die jeweilige Teststelle von der Charité betrieben. In Schönefeld ist sie bereits vom Terminal L ins Terminal M umgezogen und hat dort nun deutlich mehr Platz. Am Flughafen Tegel soll ab kommender Woche eine größere Fläche im Terminal D bereitstehen.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gab.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz.
07.08.2020 17:25 (dpa) Corona-Testkapazitäten werden im Land wieder hochgefahren

Weimar (dpa/th)

Wegen der von Samstag an geltenden Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Testkapazitäten in Thüringen wieder ausbauen. Die im Frühjahr auf dem Höhepunkt der Pandemie eingerichteten und zwischenzeitlich kaum oder nicht mehr genutzten Stützpunkte würden in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern je nach Bedarf wieder hochgefahren, teilte die KV am Freitag mit.

Testtermine für die Rückkehrer in zentralen Abstrichstützpunkten, Gesundheitsämtern oder bei niedergelassenen Ärzten werden über die kostenlose Rufnummer 116 117 vermittelt. Zentrale Teststellen am Bahnhof Erfurt oder am Flughafen Erfurt-Weimar gibt es nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums bislang nicht.

Derzeit werde geprüft, ob überhaupt Direktverbindungen von Bus- und Bahngesellschaften aus Risikogebieten nach Thüringen existieren, so das Ministerium. Vom kleinen Regionalflughafen Erfurt-Weimar werden lediglich Mallorca, Bulgarien und zwei griechische Inseln angeflogen. Flüge nach Ägypten und in die Türkei wurden bis Ende August ausgesetzt. Für Reiserückkehrer aus Gebieten mit besonders vielen Corona-Fällen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Testpflicht angeordnet, die am Samstag (8.8.) in Kraft tritt.

Thüringens Ressortchefin Heike Werner (Linke) rief Reisende aus Risikogebieten auf, die Testpflicht ernstzunehmen und sich «im Sinne des Gemeinwohls verantwortungsvoll zu verhalten». Sie empfahl Reisenden, sich möglichst noch am Urlaubsort testen zu lassen. Einige Länder böten dies bereits an. Mit einem negativen Testergebnis entfalle die Quarantäne bei der Einreisen nach Deutschland.

Lediglich eine Aussteigekarte sei auszufüllen und das ärztliche Zeugnis auf Verlangen dem Gesundheitsamt vorzuzeigen, erklärte Werner. Reiserückkehrer ohne aktuelles Testergebnis aus dem Ausland sollten sich innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise testen lassen, bis zum Vorliegen des Ergebnisses gelte die Pflicht zu häuslicher Quarantäne.

In Erfurt war bereits am Mittwoch wieder eine zentrale Abstrichstelle für heimkehrende Urlauber in Betrieb gegangen. In Thüringen hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle infizierter Reiserückkehrer gegeben - sie kamen etwa aus Spanien, Bulgarien und dem Kosovo.

Im Frühjahr waren landesweit rund 30 zentrale Anlaufstellen für Coronatests aufgebaut worden, teilweise in Zelten oder Containern auf Parkflächen oder öffentlichen Plätzen. Unter der bundesweiten Arztbereitschaftsnummer 116 117 wurden Tausende Anrufer an die Teststellen weitervermittelt.

Mit einem Abstrichstäbchen wird eine Probe genommen.
07.08.2020 17:19 (dpa) Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen steigt stärker an

Dresden (dpa/sn)

Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Sachsen erhöht sich weiter zweistellig - auf niedrigem Niveau. Seit Donnerstag kamen laut der laufend aktualisierten Statistik des Gesundheitsministeriums vom Freitag 36 Fälle dazu.

Die Zahl der Corona-Infektionen im Freistaat insgesamt stieg damit auf 5624. Allein 32 wurden dabei im Landkreis Görlitz bestätigt, wo für mehrere Heime Quarantäne gilt. Unverändert 224 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind bisher gestorben. Etwa 5285 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen gelten als genesen - ein Schätzwert. Der Anteil Gestorbener an der Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle beträgt weiterhin 4 Prozent.

Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus.
07.08.2020 17:12 (dpa) Corona in Heim für behinderte Menschen nicht ausgebreitet

Bernstadt (dpa/sn)

Das Coronavirus hat sich in einem Heim für Menschen mit Behinderung in Bernstadt (Landkreis Görlitz) nicht weiter ausgebreitet. Wie das Landratsamt Görlitz am Freitag mitteilte, blieb die Zahl der Infektionen mit 40 im Vergleich zum Vortag konstant. Betroffen sind 30 Bewohner des Heimes und zehn Mitarbeiter.

Bereits am Mittwoch hatte das Gesundheitsamt eine Quarantäne verhängt. Um die Pflege und Betreuung der Bewohner zu gewährleisten, gebe es für das Pflegepersonal eine Sonderregelung, hieß es. Es darf sich sowohl im häuslichen Umfeld als auch in der Pflegeeinrichtung aufhalten, damit der Betrieb weiterhin gesichert werden kann.

Mit Stand Freitag gab es in Sachsen 5624 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Das sind 36 mehr als am Vortag und ein vergleichsweise großer Anstieg. Lange Zeit war die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Sachsen einstellig, seit ein paar Tagen ist sie wieder zweistellig. Allein 32 Fälle kamen im Landkreis Görlitz dazu. Die Zahl der Todesopfer lag unverändert bei 224.

07.08.2020 17:09 (dpa) Maskenverweigerer im Norden müssen zahlen

Kiel (dpa/lno)

Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen in Schleswig-Holstein müssen künftig zahlen. Die Landesregierung in Kiel beschloss am Freitag ein Bußgeld von 150 Euro. Das gilt zudem für Kunden in Geschäften und für Besucher von Pflegeheimen, die trotz wiederholter Aufforderung keinen Mund-Nasen-Schutz anlegen. Die Regelung ist analog zum Bußgeld bei wiederholter Missachtung des Abstandsgebotes. Wer aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung keine Maske tragen kann, bleibt von der Pflicht ausgenommen.

Niemand in einem Supermarkt und auch kein Busfahrer müsse oder dürfe das Bußgeld eintreiben, betonte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Hier sei bei hartnäckigen Verweigerern die Polizei einzuschalten.

Für Rückkehrer aus Risikogebieten führt das Land eine Zwei-Test-Regelung ein. Demnach können Betroffene die grundsätzlich geltende Quarantäne von 14 Tagen verkürzen, indem sie nach der Einreise im Zeitraum von mindestens fünf Tagen zwei negative Testergebnisse vorlegen. Damit folge Schleswig-Holstein dem dringenden Rat von Experten, hieß es. Ziel sei es, den Schutz der Rückkehrenden und der im Land Gebliebenen deutlich zu verbessern.

Die bestehende Landesverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde bis zum 30. August verlängert. Aufgrund der zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen rückt die Landesregierung von der ursprünglichen Absicht ab, weitere Lockerungen vorzunehmen - etwa für Veranstaltungen. Diskotheken und Bordelle bleiben geschlossen. «Wir müssen vermeiden, dass das gesamte Land aufgrund des Infektionsgeschehens wieder in einen Lockdown muss», sagte Garg zur Strategie der Landesregierung.

Die jüngste Zahl der in dem Bundesland offiziell erfassten Corona-Infektionen bestätigt den Trend. Zuletzt kamen innerhalb eines Tages 35 Fälle dazu. Die Fallzahlen erhöhten sich damit auf 3569, wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Donnerstagabend berichtete. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen blieb unverändert bei 158.

Rund 3200 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt 15 Erkrankte behandelt, zwei weniger als am Vortag. Tagesaktuelle Zahlen der Kreise fließen am Folgetag in die Gesamtzahl der Landesregierung mit ein.

Die Gesundheitsämter in ganz Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) insgesamt 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Freitagmorgen hieß. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte damit den höchsten Wert seit Anfang Mai.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht dennoch keine kritische Schwelle überschritten. «Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-«Heute Journal».

Ähnlicher Meinung ist der Virus-Experte Helmut Fickenscher. Er betrachtet die Corona-Situation in Schleswig-Holstein trotz des Anstiegs der Infektionszahlen derzeit als beherrschbar. «Ich halte es für möglich, damit adäquat umzugehen. Wir sind zum Glück weit entfernt von einer Überlastung des Gesundheitssystems», sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Auch seien die Gesundheitsämter mittlerweile «wesentlich erfahrener, die Verfahren sind viel besser etabliert als zu Beginn der Pandemie, als alles von heute auf morgen etabliert werden musste», stellte Fickenscher fest. Die Strategie, die Infektionsfälle und die Ausbrüche lokal aufzuspüren und lokal einzugrenzen, «ist bisher sehr erfolgreich».

Den Schulanfang in Schleswig-Holstein nach den Sommerferien hält Fickenscher im Moment ebenfalls für wenig unproblematisch. «Derzeit kann ich keine Kriterien erkennen, weshalb dies nicht vertretbar ist», sagte der Professor. «Wie stark damit eine Gefährdung verbunden ist, ist noch relativ unklar.» Am Montag beginnt im Norden nach den Sommerferien der Regelbetrieb an den Schulen wieder, allerdings unter besonderen Hygienebedingungen.

An den fünf neuen Teststellen in Kiel, Lübeck, am Fährhafen Puttgarden, am Grenzübergang Ellund an der A7 und in Neumünster wurden nach Angaben von Minister Garg vom 1. bis 5. August 4612 Abstriche vorgenommen. Davon seien 15 Tests positiv ausgefallen, was einer Quote von 0,32 Prozent entspreche. Sollten die Testkapazitäten insgesamt an Grenzen stoßen, hätten bei den Tests Rückkehrer aus Risikogebieten absolute Priorität. Schleswig-Holstein sei mitnichten von Risikogebieten umgeben, sagte Garg zu der niedrigen Quote.

Eine FFP3 Atemschutzmaske liegt auf einem Tisch im Sonnenschein.
07.08.2020 17:06 (dpa) Zwei Schulen wegen Corona geschlossen: 21 neue Infektionen

Ludwigslust/Graal-Müritz/Rostock (dpa/mv)

Schreck für Hunderte Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern: Das neue Schuljahr ist noch nicht einmal eine Woche alt, da wurden am Freitag schon wieder zwei Schulen wegen Corona-Infektionen geschlossen. Die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) bleibt wegen eines infizierten Schülers zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter müssen in Quarantäne. Im Goethe-Gymnasium Ludwigslust mit rund 800 Schülern ruht der Präsenzunterricht bis einschließlich Mittwoch kommender Woche, nachdem eine Lehrerin positiv getestet wurde.

Insgesamt stieg die Zahl der neu festgestellten Coronafälle am Freitag um 21. Damit erreichte die Zahl der bisher landesweit nachgewiesenen Fälle 931, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte (Stand 16.00 Uhr). Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es demnach neun neue Fälle, davon acht im Zusammenhang mit einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende in Parchim. Dort liegt die Gesamtzahl der Infizierten jetzt bei elf. Der neunte neue Fall ist die Lehrerin am Goethe-Gymnasium Ludwigslust.

Die Lehrerin in Ludwigslust, rund 40 Kilometer südlich von Schwerin, habe bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres in der letzten Ferienwoche Kontakt zu anderen Lehrern gehabt, erläuterte der Landkreis. Unterricht habe sie in der ersten Schulwoche aber noch nicht erteilt. Der Schulleiter des Gymnasiums, Ekkehard Detenhoff, erhielt die Nachricht vom Gesundheitsamt am Freitagmorgen. In der zweiten Stunde wurden dann die Schüler informiert und nach Hause geschickt.

Eine Achtklässlerin sagte, sie sei zunächst schockiert gewesen, aber dann habe sich das Gefühl eingestellt, dass einfach jetzt noch ein paar freie Tage kämen. Da könnte sie sich allerdings täuschen. Schulleiter Detenhoff kündigte an, dass die Schüler am Montagmorgen Aufgaben über die Schul-Cloud bekommen. «Und dann hoffen wir, dass unsere 55 Lehrer alle negativ getestet werden und es am Donnerstag wieder losgehen kann», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern hatte erst am Montag begonnen. Das Bundesland war als erstes nach den sechswöchigen Sommerferien in das neue Schuljahr gestartet. Am Donnerstag begann in Hamburg die Schule. Kommende Woche sind dann Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) zeigte sich wenig überrascht von den beiden Schulschließungen. «Wir haben von Anfang an gesagt, dass es Verdachtsfälle in den Schulen geben wird», sagte sie in Schwerin. «Solange das Corona-Virus noch nicht bekämpft ist und es keinen Impfstoff gibt, müssen wir damit rechnen.» Wichtig sei, dass in solchen Fällen sofort reagiert und gehandelt werde, betonte Martin. «Der Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Beschäftigten steht an erster Stelle.»

Auch der Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lags) in Rostock , Heiko Will, hält den momentanen Anstieg der Zahlen für normal. «Wir bewegen uns derzeit auf einem zu erwartenden Niveau des Anstiegs der Corona-Infektionen, weil wieder mehr Menschen aufeinandertreffen dürfen.» Obwohl die Infektionen in MV im Vergleich zu den anderen Bundesländern weiterhin auf einem niedrigen Niveau lägen, zeige die Entwicklung, wie wichtig es sei, sich an die Hygieneregeln zu halten. Er mahnte auch zur strikten Befolgung von Quarantäneanweisungen. In Einzelfällen habe es Verstöße gegeben.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte nach den Schulschließungen in MV schärfere Hygienemaßnahmen in den Schulen in ganz Deutschland. Seiner Ansicht nach hat lediglich Nordrhein-Westfalen, das nächsten Mittwoch ins neue Schuljahr startet, den richtigen Weg eingeschlagen. Dort müssen ältere Schüler auch im Unterricht Maske tragen. Der Landeselternrat in MV forderte umfassendere Tests bei Schülern und Lehrern.

Mehrere Virologen - darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann - warnten vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielten. Sie schlugen vor, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag.

Die Wissenschaftler sprachen sich außerdem für das «konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts» aus. «Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen», hieß es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass «pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch» in den Schulen gefunden werden.

Ministerin Martin verteidigte das bestehende Konzept. «Unser Schutzkonzept in MV hat das Ziel, dass bei einem Verdachtsfall in einer Schule zielgenau und begrenzt reagiert wird, ohne dass es wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommen muss», erklärte sie.

Der Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen sei eine große Herausforderung. Alle müssten gemeinsam dafür sorgen, dass das Virus nicht von außen in die Schulen getragen werde, mahnte Martin. «Ich appelliere deshalb an alle, sich an die Regeln zu halten, denn das ist der beste Schutz für die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte in den Schulen.»

Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will flächendeckende Schulschließungen verhindern, wie sie in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) betonte. Die beiden Fälle zeigten, dass die Öffnung der Schulen für den Regelbetrieb die größte Herausforderung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie sei. Es sei richtig gewesen, am vergangenen Dienstag keine weiteren Lockerungen beschlossen zu haben.

07.08.2020 17:04 (dpa) Hunderte Urlaubsrückkehrer lassen sich auf Corona testen

Mainz (dpa/lrs)

An den vier neu eingerichteten Corona-Teststationen in Rheinland-Pfalz haben sich Hunderte Urlaubsrückkehrer auf das Virus testen lassen. Die genauen Zahlen und Testergebnisse sollen Anfang kommender Woche veröffentlicht werden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag in Mainz. Die Tests sind kostenlos und werden nur für Menschen angeboten, die von einer Auslandsreise zurückkommen. Ab diesem Samstag müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten nach der Einreise testen lassen, wenn sie kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei haben.

Von den Nachbarländern von Rheinland-Pfalz hat das Robert-Koch-Institut nur Luxemburg als Risikogebiet eingestuft. Die bisherigen Ausnahmen im sogenannten kleinen Grenzverkehr zu Luxemburg bleiben allerdings bestehen: Wer weniger als 72 Stunden in dem Großherzogtum war, muss sich weder testen lassen noch in Quarantäne. Die Teststationen sollen insbesondere die niedergelassenen Ärzte entlasten.

Die Einrichtungen sind laut Gesundheitsministerium seit Mittwoch und Donnerstag in Betrieb. Eine Station wurde am Flughafen Hahn eingerichtet, eine in Bitburg nahe der belgischen Grenze und eine in Landau in direkter Nähe zur Autobahn 65 für Urlauber, die aus Frankreich nach Deutschland zurückkehren.

An der vierten Station am Parkplatz Markusberg an der Autobahn 64 von Luxemburg nach Trier haben sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den ersten Stunden 170 Menschen registrieren und testen lassen. In zwei Schichten sind dort täglich 32 Helfer im Einsatz. «Sie leisten einen essenziellen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie», sagte Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) laut Staatskanzlei bei ihrem Besuch am Freitag.

Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.
07.08.2020 16:56 (dpa) Mehr als 300 neue Corona-Fälle: Auch durch Reiserückkehrer

Düsseldorf (dpa/lnw)

In Nordrhein-Westfalen sind innerhalb eines Tages 324 neue Corona-Fälle registriert worden. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie damit 50 937 bestätigte Corona-Infektionen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Inzwischen seien aber 45 532 Erkrankte wieder genesen, berichtete das Ministerium. Dem standen 1755 Todesfälle gegenüber.

Zuletzt gab es den Zahlen des Ministeriums zufolge in fast allen Kreise und kreisfreien Städte Neuinfektionen. Einige davon sind wohl auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückzuführen. «Wir beobachten erste Fälle, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang mit Reiserückkehrern naheliegt, die sich nicht an die geltenden Bestimmungen gehalten haben», teilte Barbara Nieters, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Viersen, am Freitag mit. Dadurch seien vermutlich zahlreiche vermeidbare Infektionsketten in Gang gesetzt worden. Eigentlich müssten sich die Urlauber aus Risikogebieten beim örtlichen Gesundheitsamt melden und sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Bei Verstößen gegen die Verordnung droht ein Bußgeld.

Ein wichtiger Wert, um das Infektionsgeschehen vergleichbar zu machen, ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, die innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden. Der landesweite Durchschnitt für NRW lag hier laut Landesgesundheitsministerium am Freitag bei 12. Er war damit deutlich höher als in anderen Bundesländern. In fünf Kreisen und kreisfreien Städten lag der Wert am Freitag sogar über 20, zum Beispiel in den Kreisen Kleve und Düren.

Die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei 1147. Damit wurde der höchste Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Zuvor war sie das letzte Mal am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Zwei FFP3 Atemschutzmasken liegen auf einem Tisch im Sonnenschein.
07.08.2020 16:55 (dpa) Ämter erhalten IT-System zum Check für Corona-Kontakte

Hannover (dpa/lni)

Kontaktpersonen von Corona-Patienten sollen in Niedersachsen künftig auch über eine Zusatz-App Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen können. Die Anwendung ist Teil des IT-Systems Sormas, mit dem die Gesundheitsämter bis Ende des Jahres flächendeckend ausgestattet werden sollen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Das vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) entwickelte System unterstütze die Ämter bei der Identifizierung und Überwachung von Kontaktpersonen und werte die erfassten Daten auch epidemiologisch aus.

«Eine wesentliche Neuerung und Ergänzung im Rahmen dieses Projektes ist die Möglichkeit, dass künftig Kontaktpersonen die Daten aus einem mobilen Symptomtagebuch direkt in Sormas einspeisen können, so dass vor allem das Personal in den Gesundheitsämtern entlastet werden kann», sagte der Mitinitiator und wissenschaftliche Leiter des Systems beim HZI, Gérard Krause.

Bislang werden die Angaben telefonisch abgefragt. Auch die Nachverfolgung von Kontaktwegen und möglichen Infektionsgruppen (Clustern) soll verbessert werden. Zurzeit wird Sormas von 39 Gesundheitsämtern in zehn Bundesländern genutzt.

07.08.2020 16:48 (dpa) 21 Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock (dpa/mv)

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag 21 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit ist die Zahl der bisher landesweit nachgewiesenen Fälle auf 931 gestiegen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte (Stand 16.00 Uhr).

Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es demnach neun neue Fälle, davon acht im Zusammenhang mit einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende in Parchim. Dort liegt die Gesamtzahl der Infizierten jetzt bei elf. Der neunte neue Fall vom Freitag ist eine Lehrerin am Goethe-Gymnasium Ludwigslust. Die Schule wurde daraufhin bis Mittwoch geschlossen.

Jeweils zwei neue Fälle entfielen am Freitag auf Rostock, den Landkreis Rostock und den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, jeweils einer auf die Landkreise Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Rügen und die Landeshauptstadt Schwerin. Drei neue Fälle gab es im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Mehrzahl der positiv getesteten Personen betreffe Reiserückkehrer oder Teilnehmer familiären Feiern, hieß es vom Lagus.

Der Direktor des Landesamtes, Heiko Will, erklärte: «Wir bewegen uns derzeit auf einem zu erwartenden Niveau des Anstiegs der Corona-Infektionen, weil wieder mehr Menschen aufeinandertreffen dürfen.» Obwohl die Infektionen in MV im Vergleich zu den anderen Bundesländern weiterhin auf einem niedrigen Niveau lägen, zeige die Entwicklung, wie wichtig es sei, sich an die Hygieneregeln zu halten. Auch der strikten Befolgung von Quarantäneanweisungen komme eine besondere Bedeutung zu. In Einzelfällen habe es Verstöße gegeben.

Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus.
07.08.2020 16:44 (dpa) Pflichttests für Rückkehrer: Rufe nach weiteren Maßnahmen

Berlin (dpa)

Angesichts der Rückreise vieler Sommerurlauber nach Deutschland werden Rufe nach weiteren Maßnahmen gegen das Coronavirus laut - über eine an diesem Samstag greifende neue Testpflicht hinaus.

Der CDU-nahe Wirtschaftsrat forderte ein generelles Verbot privater Reisen in Länder mit hohen Corona-Fallzahlen - Politiker von SPD und FDP lehnten dies ab.

Die deutsche Wirtschaft warnte vor zunehmenden Beeinträchtigungen von Geschäftsreisen durch weltweite Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Ab diesem Samstag müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten nach der Einreise testen lassen, wenn sie kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei haben.

Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, sagte der «Bild»-Zeitung (Freitag): «Reisen in Risikogebiete müssten konsequenterweise auch untersagt werden.» Das Reiserecht könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen sonst ein erneuter Lockdown drohe.

Das Arbeits- und Schulleben ein zweites Mal herunterzufahren, könne sich Deutschland «nur unter erheblichsten Schwierigkeiten noch mal leisten». Nähere Angaben zur Umsetzung eines Reiseverbots wurden nicht gemacht. Dafür müsste eine geeignete Gesetzesgrundlage geschaffen werden, hieß es auf Anfrage.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich im «ntv-Frühstart» skeptisch: «Jetzt ein Reiseverbot durchzusetzen, das sehe ich nicht.» Er begrüßte dagegen die künftige Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten als weiteren Baustein, der «wieder ein Stück mehr Sicherheit» bringe.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer lehnte Verbote von Reisen in Risikogebiete als unverhältnismäßig ab. Grundgesetzlich geschützte Freiheitsrechte seien gerade auch in der Pandemie zu verteidigen. Statt Verboten sei allerspätestens jetzt eine umfassende Teststrategie mit deutlich mehr Tests besonders für Schulen, Kitas, Unis, medizinisches Personal und Polizei notwendig.

Für Urlauber aus Risikogebieten greift am Samstag eine Testpflicht. Die entsprechenden Regelungen veröffentlichte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag im Bundesanzeiger. Tests sind bis zu drei Tage nach Ankunft kostenlos möglich - direkt an Flughäfen, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Bis das Ergebnis da ist, muss man in häusliche Quarantäne.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor - derzeit stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra darunter. Freiwillig können sich seit vergangenem Samstag alle Einreisenden gratis testen lassen.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Mongomery, forderte eine generelle Quarantäne. Tests seien nur «eine Momentaufnahme». Deshalb sollten alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne gehen. «Eine Woche bis zehn Tage. Ein negativer Test kann nicht vor der Quarantäne schützen», sagte Montgomery der «Passauer Neuen Presse» (Freitag). Um eine Infektion sicher auszuschließen, sei ein zweiter Test nach mindestens 72 Stunden notwendig.

Die Hamburger Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) plädierte ebenso dafür, für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Quarantäne von einer Woche vorzuschreiben. «Erst nach Ablauf dieser Zeit sollte ein verpflichtender Test durchgeführt werden, und frühestens, wenn bei diesem Test ein negatives Ergebnis vorliegt, sollte die Quarantäne beendet werden können», sagte sie der dpa.

Der Wirtschaft machen die weltweiten Reisebeschränkungen wegen der Pandemie zunehmend zu schaffen. «Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind Geschäftsreisen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Folgen der Reiseeinschränkungen sind daher erheblich», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der vielen Grenzschließungen und Quarantänemaßnahmen könnten Unternehmen Manager, Techniker oder Vertriebsmitarbeiter oft nicht zu Kunden oder Lieferanten in andere Länder schicken. «Für Geschäftsanbahnungen sowie Montagen oder Reparaturen von Maschinen ist der persönliche Kontakt vor Ort häufig aber unerlässlich», sagte Wansleben.

Die Rufe nach einer Verschärfung der Maßnahmen gegenüber Reiserückkehrern werden lauter.
07.08.2020 16:42 (dpa) Niedersachsen plant Maskenkontrollen in Bus und Bahn

Hannover (dpa/lni)

Niedersachsen plant angesichts der Corona-Pandemie Schwerpunktkontrollen zur Überwachung der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Sie bereiten derzeit die Ministerien für Verkehr und Inneres vor. Polizei und kommunale Ordnungsämter sollen in Absprache mit den Verkehrsunternehmen für wirksame Kontrollen sorgen, wie Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag in Hannover ankündigte. «Wir können es nicht hinnehmen, dass im ÖPNV Gesundheit gefährdet und das Sicherheitsbedürfnis vieler Fahrgäste missachtet wird.»

Immer wieder hatten sich Fahrgäste über einen laxen Umgang mit der Maske durch einzelne Mitreisende oder bestimmte Gruppen beklagt. Das gelte insbesondere in den Ballungsräumen, stellte Althusmann fest. Die Durchsetzung der Maskenpflicht sei in der Praxis schwierig und könne nicht Busfahrern und Fahrkartenkontrolleuren allein überlassen werden. Angesichts steigender Neuinfektionszahlen plant Niedersachsen wie schon Nordrhein-Westfalen ein Bußgeld für Maskenverweigerer in öffentlichen Verkehrsmitteln in Höhe von 150 Euro.

Ein höheres Bußgeld allein helfe aber wenig, sagte der Minister. Das Verkehrsministerium unterstütze deshalb mit den anderen Bundesländern die gerade gestartete bundesweite Öffentlichkeitskampagne der Verkehrsunternehmen «#BesserWeiter» und setze parallel auf stärker wahrnehmbare gemeinsame Kontrollaktivitäten.

Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, spricht.
07.08.2020 16:38 (dpa) Kostenlose Coronatests für Erzieherinnen in hessischen Kitas

Wiesbaden (dpa)

Erzieherinnen in hessischen Kitas können ab Mitte August kostenlos einen Corona-Test machen lassen. Das kündigte das Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden an. Das Angebot gelte für alle Menschen, die in der Kindertagesbetreuung oder Tagespflege unmittelbar mit Kindern arbeiten. Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums seien Hochrechnungen zufolge rund 54 000 Personen zu einem solchen Test berechtigt.

«Wir hoffen, dass wir mit diesem Service-Angebot des Landes dazu beitragen, bestehende Sorgen vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 in der Zeit der vollständigen Aufnahme des Regelbetriebes nach den Sommerferien begegnen zu können», erklärte Staatssekretärin Anne Janz (Grüne). Das Einhalten des Abstandsgebots und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung seien im Alltag bei der Arbeit mit Kindern in Kitas oder der Kindertagespflege nicht oder nur eingeschränkt möglich. Das Test-Angebot gilt zwischen dem 17. August und dem 8. Oktober. Die Kosten werden vom Land Hessen getragen.

Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.
07.08.2020 16:35 (dpa) Corona-Ausbruch in Mamming: Teststationen bleiben geöffnet

Mamming (dpa)

Nach dem Corona-Ausbruch in Niederbayern haben die vier eigens errichteten Teststationen auch am Wochenende geöffnet. Dort können sich Bürger auf eine Infektion hin testen lassen. Diese Möglichkeit haben nach Angaben des Landratsamtes Dingolfing-Landau vom Freitag bislang mehr als 6000 Menschen genutzt. Dabei gab es zwei positive Befunde - einer der beiden war demnach nach ein Reiserückkehrer.

Die Standorte in Dingolfing, Landau und Mamming sind am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet, das Testzentrum in Frontenhausen von 9 bis 20 Uhr.

In den vergangenen zwei Wochen sind in einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in Mamming insgesamt mehr als 400 Mitarbeiter positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden.

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2.
07.08.2020 16:32 (dpa) Corona-Zahlen steigen binnen eines Tages so stark wie im Mai

Wiesbaden (dpa/lhe)

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist am Freitag binnen eines Tages so stark gestiegen wie seit Anfang Mai nicht mehr. Wie das hessische Sozialministerium mitteilte, kletterte die Zahl der Corona-Fälle im Vergleich zum Donnerstag um 158 auf insgesamt 12 468. Einen dreistelligen Zuwachs hatte es laut den Angaben des Ministeriums zuletzt am 20. Mai mit plus 115 gegeben, am 8. Mai war die Zahl im Vergleich zum Vortag um 161 gestiegen.

Das Land bezieht sich bei der Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf alle registrierte Infizierte seit 11. März. Die Anzahl der Todesfälle, die mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich am Freitag im Vergleich zum Vortag um 1 auf 524. In der Statistik des Ministeriums werden nur Angaben erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, liegt derzeit mit 29 im Rheingau-Taunus-Kreis am höchsten, gefolgt von Offenbach mit 28. Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

Nach einem größeren Corona-Ausbruch in Offenbach bleibt die Situation dort stabil. Das Gesundheitsamt der Stadt meldete am Freitag zwei neue Infektionsfälle. Angesichts der gestiegenen Corona-Zahlen hatte ein Krisenstab im Rheingau-Taunus-Kreis diese Woche bereits dazu aufgerufen, Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht zu beachten.

Unterdessen wurde bekannt, dass 17 Bauarbeiter, die auf der Baustelle für das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen im Einsatz waren, positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport war ein Mitarbeiter eines mit den Bauarbeiten beauftragten Unternehmens positiv getestet worden. Alle seine Kontaktpersonen seien erfasst und ebenfalls getestet worden. Auch zahlreiche weitere Arbeiter seien proaktiv getestet worden - alle mit negativem Ergebnis. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnte vor einer nachlassenden Disziplin auf Baustellen, was Abstands- und Hygieneregeln betrifft.

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2.
07.08.2020 16:12 (dpa) Elternteil von Kita-Kind hat Corona: Vorsorgliche Tests

Hamburg (dpa/lno)

Weil ein Elternteil eines Kita-Kindes eine Corona-Infektion hat, sind die Kinder und Erzieher der Einrichtung in Hamburg-Eppendorf am Freitag vorsorglich getestet worden. Das berichtete ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Das Kind war ohnehin wegen der anstehenden Einschulung am 31. Juli zum letzten Mal in der Kita gewesen, hieß es. Kurze Zeit später habe der Elternteil sein Ergebnis erhalten. Die bereits erfolgten Tests des Kindes und einer Erzieherin, die mit ihm in Kontakt war, seien negativ ausgefallen. In der kommenden Woche werde entschieden, ob der Betrieb wie bislang ganz normal fortgeführt werden könne, sagte der Sprecher weiter.