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Bissantz Bixel

Grenzen des Dashboarding


Was der Vorstand der Welt AG von den Entscheidungsvorlagen der WHO hält

Die Rolle der WHO gegenüber der Politik lässt sich als die eines Controllers deuten, der seinem Vorstand Lageberichte und Entscheidungsvorlagen aufbereitet. Wie letzteres zu geschehen hätte, wissen wir bei Bissantz. Wenn dieser Vergleich statthaft ist, wäre das unser Plädoyer:

  1. In den Augen des Vorstands der Welt AG wären die Dashboards zu den Fallzahlen Datenpornographie: Sie zwingen Wahrnehmung und Blick mit plakativer Gestaltung auf den isolierten Absolutwert der Fallzahlen.
  2. Der Absolutwert der Fallzahlen wird über die Zeit aufaddiert, wird damit auf dem Höchstwert verharren und auch dann noch lange keine Entwarnung signalisieren, wenn die Epidemie vorbei ist.
  3. Den Daten fehlt es an Vergleich. Das macht ihre Veränderung zum Maßstab und verdeckt, dass Fallzahlen mit der Anzahl an Tests variieren. Der Absender der Weltbehörde schafft absolute Autorität. Beides zusammen weckt Angst, die nicht relativiert werden kann.
  4. Die Entwicklung berichtet wird Tag für Tag berichtet. Zeitreihen gibt es allenfalls für kumulierte Werte. Kumulierte Zahlen, linear skaliert, aus kleinsten Anfängen, erzeugen maximale visuelle Dynamik, dadurch Emotion und behindern in der Folge das Denkvermögen.
  1. Fallzahlen und Todesfälle werden ins Verhältnis gesetzt. Dieses Verhältnis wird für den Betrachter zum Signal für tödliche Gefahr. Jedoch: Je heimtückischer die Epidemie, desto weniger wird dieses Verhältnis warnen. Je harmloser, desto mehr wird dieses Verhältnis übertreiben.
  2. Die Daten sind dünn, ihre Signalwirkung stark. Der Betrachter beginnt anhand der kumulierten Werte das Wachstum abzuschätzen. Die Kumulation verbirgt Datenlücken ebenso wie Rückgänge. Stark schwankende Tageswerte würden Zweifel und Nachdenken provozieren. Kumulation postuliert.
  3. Fälle und Tote werden in jedem Land anders gezählt, die Werte dennoch genau ausgewiesen. Offensichtliche Meldeverzögerungen und Korrekturen treten auf. Das lenkt den Blick auf die Akribie des Zählens und lenkt ihn ab von der Frage, was da gezählt wird.
  4. Alle vorgenannten Elemente multiplizieren die emotionale Wirkung der isolierten Fallzahl und nehmen das Urteil des Betrachters vorweg. Díe Fallzahlen liefern nicht Betrachtung sondern erzeugen Urteil.

Das Urteil des Vorstands der Welt AG wäre einfach: Die Aufgabe von Controller und Vorstand haben sich verkehrt, die Rollen wurden vertauscht, der Controller wurde zum Entscheider. Die Berichtsqualität genügt nicht für Entscheidungen.


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