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In 10 Tagen einmal um die SAP-ERP-Welt – Tag 0

Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Fixierung von Ansatzpunkten und beschreibt vor allen Dingen die grundlegenden Aspekte, welche bei der Einrichtung von MS-SQL/OLAP-Datenbanken für SAP-ERP-Systeme notwendig sind.

Innerhalb eines umfangreichen und integrierten SAP-ERP-Systems finden die Online-Bearbeitung der Transaktionen und die Abwicklung der einzelnen Buchungsschritte statt. Die originäre Speicherung der Geschäftsdaten erfolgt gemäß der prozessspezifischen Strukturen. Diese operativen Spezifikatoren erlauben aber nicht immer einen übergreifenden Blick auf das Unternehmen.

Im Rahmen eines Data Warehouses werden alle unternehmensrelevanten Daten inhaltlich strukturiert und umfassend vereinheitlicht. Dass hierbei Daten durchaus mehrfach gespeichert werden, ist gewollt und dient der Effizienz.

In diesem Zusammenhang ist die Bereitstellung von erforderlichen SAP-ERP-Tabellen im MS-SQL-Server prinzipiell keine komplizierte Angelegenheit. Für die zutreffende Identifizierung der benötigten SAP-ERP-Tabellen gibt es ausreichende Anhaltspunkte.

Die wesentlichen Fakten des SAP-ERP-Systems lassen sich zum Beispiel anhand der hauptsächlichen Bewegungsdaten-Tabellen (TRAN) fürs Erste hinreichend gliedern:

ModulTabelleBeschreibung
MMEKKOEinkaufsbelegkopf
EKPOEinkaufsbelegposition
MKPFBelegkopf Materialbeleg
MSEGBelegsegment Material
KEKOErzeugniskalkulation Kopfinformation
CKISEinzelkalkulation Positionen
SDKONHBelegkopf Kundenkondition
KONVBelegposition Kundenkondition
VBRKFaktura: Kopfdaten
VBRPFaktura: Positionsdaten
LIKPLieferung: Kopfdaten
LIPSLieferung: Positionsdaten
VBAKVerkaufsbeleg: Kopfdaten
VBAPVerkaufsbeleg: Positionsdaten
VBUKVertriebsbeleg: Kopfstatus und Verwaltungsdaten
VBUPVertriebsbeleg: Positionsstatus
COPACE1*Marktsegmentrechnung: Einzelposten Ist
CE2*Marktsegmentrechnung: Einzelposten Plan
COOMCOBKCO-Objekt: Belegkopf
COEPCO-Objekt: Einzelposten periodenbezogen
COSLCO-Objekt: Summen Leistungsarten
COSPCO-Objekt: Summen Kosten – externe Buchungen
COSRCO-Objekt: Statistische Kennzahlen
COSSCO-Objekt: Summen Kosten – interne Buchungen
COSTCO-Objekt: Summen Tarife
ECPCGLPCAProfit-Center-Rechnung: IST-Einzelposten
GLPCPProfit-Center-Rechnung: Plan-Rechnung
GLPCTProfit-Center-Rechnung: Summen
FIGLBKPFBelegkopf für Buchhaltung
BSEGBelegsegment Buchhaltung
FAGLFLEXAHauptbuch: IST-Einzelposten
FAGLFLEXPHauptbuch: Plan-Einzelposten
FAGLFLEXTHauptbuch: Summen
GLFUNCTSummentabelle für Umsatzkostenverfahren
GLT0Sachkontenstamm Verkehrszahlen
FISLANLCAnlagen Wertfelder
ANLPAnlagen Periodenwerte
KNC1Kundenstamm Verkehrszahlen
KNC3Kundenstamm Verkehrszahlen Sonderhauptbuchvorgänge
LFC1Lieferantenstamm Verkehrszahlen
LFC3Lieferantenstamm Verkehrszahlen Sonderhauptbuchvorgänge
MBEWMaterialbewertung
MBEWHMaterialbewertung – Historie
ECCSECMCASAP-Konsolidierung: Einzelpostentabelle Ist
ECMCTSAP-Konsolidierung: Summentabelle

Die initiale Archivierung der Bewegungsdaten und anschließende Delta-Verfahren können beispielsweise wie folgt eingerichtet werden:

ModulTabelleSpalte für PeriodeSpalte für Zeitstempel
SDKONHERDATERDAT
KONVKDATUKDATU
VBRKFKDATERDAT + AEDAT
VBRPERDATERDAT
VBAKAUDATERDAT + AEDAT
VBAPERDATERDAT + AEDAT
COPACE1*PERIOHZDAT, TIMESTMP
CE2*PERBLHZDAT, TIMESTMP
COOMCOBKGJAHRTIMESTMP
COEPGJAHR+PERIOTIMESTMP
FIGLFAGLFLEXARYEARTIMESTAMP

Der SAP-Zeitstempel als Zahl wird folgendermaßen in ein Datumsformat umgewandelt:

SELECT DATEADD(S,(10000/10000),'1990-01-01') ergibt 1990-01-01 00:00:01.000
SELECT DATEADD(S,(TIMESTMP/10000),'1990-01-01') ergibt das aktuelle Datum.

Neben den Fakten lassen sich die Hauptmerkmale und die hinterlegten Prüftabellen des SAP-ERP-Systems ebenfalls ordentlich strukturieren. Der nächste Artikel wird darlegen, welche Stammdaten (ATTR), Hierarchiedefinitionen (HIER), Texttabellen (TEXT) und Systemdaten (DOMA) mindestens einzubeziehen sind.

An dieser Stelle möchten wir auch auf die Gegebenheit hinweisen, dass der Datensatzaufbau der genannten Tabellen in jedem SAP-ERP-System im Kern identisch ist.
Es ist lediglich zu beachten, dass unternehmensseitig zusätzliche Spalten hinzugefügt werden können.

Als nächstes stellt sich die Frage nach der weiteren Vorgehensweise. Vorweg ist zu sagen, dass eine achtbare Umsetzung des Vorhabens, die modularen Inhalte des SAP-ERP-Systems mit Hilfe von MS-SQL/OLAP-Datenbanken in einem Zeitraum von 10 Tagen darzulegen, eine Herausforderung ist. Vieles kann standardisiert umgesetzt werden. Einige Sachverhalte müssen aber auch detailliert erörtert und fallweise eingerichtet werden.

Das Ziel ist die Erstellung eines guten Datenmodells, das auf einer Kombination von vorkonfigurierten Komponenten mit maßkonfektionierten Elementen basiert.

Die typischen Aufgabengebiete sind:

  • Bereitstellung der transparenten SAP-Tabellen im MS-SQL-Server durch XtractIS (Theobald-Software)
  • Transformation und Fortschreibung der importierten SAP-Tabellen durch vorgefertigte SQL-Skripte
  • Semantische Schicht für allgemeine und feststehende Geschäftsbegriffe
  • Skalierung der Struktur des Datenmodells
  • DeltaMaster-Startsitzung mit ersten Berichten für die Sichtung der Daten

Auf die Ausgestaltung der einzelnen Aufgabengebiete werde ich in weiteren Artikeln eingehen.

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch den Punkt kurz ansprechen, ob der skizzierte Weg auch SAP-konform ist. Ich finde schon, obwohl dieser Pfad für Personen im SAP-Umfeld ungewohnt ist. Nach meiner Auffassung werden die sachlogischen Zusammenhänge eines SAP-BW-Systems ebenfalls richtig abgebildet. Und andersherum wird eben auch ein guter „Schuh“ daraus. Dieses glaubhaft zu machen, ist aber nicht immer eine leichte Aufgabe.