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German Design Award 2026: Wie Design Orientierung in komplexen Entscheidungswelten schafft

Design steht heute unter einem neuen, dringlichen Anspruch: Es geht weniger um Form, Stil oder ästhetische Abgrenzung, sondern um Orientierung – in einer Welt, die komplexer, schneller und widersprüchlicher geworden ist. Diese Verschiebung war beim German Design Award 2026 deutlich spürbar.

Überblick über die Preisverleihungsveranstaltung des German Design Awards 2026 durch den German Design Council.

Preisverleihung am 6. Februar 2026 in Frankfurt (© German Design Award 2026)

Dabei stellt sich vor allem die Frage: Wie können Unternehmen und Menschen in einem Umfeld bestehen, das von geopolitischen Spannungen, technologischen Umbrüchen, künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeitsanforderungen und wachsendem Entscheidungsdruck geprägt ist? Die Antwort, die sich durch viele ausgezeichnete Beiträge zog, war bemerkenswert klar: durch gutes Design – verstanden als Werkzeug zum Denken und Handeln.

Die richtige Frage ist entscheidend

Eine zentrale Fähigkeit von Designerinnen und Designern liegt darin, die richtigen Fragen zu stellen. In komplexen Systemen entscheidet nicht die Menge der Informationen, sondern ihre Relevanz. Design Thinking als Arbeitsprinzip beschreibt genau diese Fähigkeit: das Wesentliche herauszustellen, Perspektiven zusammenzuführen und Komplexität handhabbar zu machen. Für Anwenderinnen und Anwender bedeutet das, schneller zu verstehen, worum es geht, um sicherer zu entscheiden und schlüssiger zu handeln. Gerade im Kontext von Business Intelligence wird dieser Nutzen sichtbar. Die entscheidenden Schlüsse zu ziehen, scheitert selten an fehlenden Daten, sondern daran, dass relevante Signale im Rauschen untergehen, weil alles gleich wichtig erscheint.

Reduktion schafft Orientierung

Ein zentrales Motiv vieler ausgezeichneter Arbeiten war daher die bewusste Reduktion: weniger visuelles Rauschen, klarere Strukturen, präzisere Gesten. In Produktdesign, Service Design und digitalen Anwendungen zeigte sich immer wieder: Orientierung entsteht nicht durch mehr Information, sondern durch bessere Gewichtung.

DeltaApp

Die mehrfach ausgezeichnete DeltaApp von Bissantz auf verschiedenen Endgeräten

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein. Vor diesem Hintergrund zeichnete die Jury die DeltaApp von Bissantz & Company in der Kategorie Excellent Communications Design – Interactive User Experience aus. Hervorgehoben wurden unter anderem die Reduktion auf das Wesentliche, typografisch skalierte Zahlen, sparsam eingesetzte Farbe, die intuitive Gesten-Navigation und aussagekräftige Sparklines. Diese Elemente folgen der funktionalen Frage: Was kann ein Mensch auf einen Blick erfassen – und was unterstützt ihn dabei, schlüssig zu entscheiden?

Gutes Design gibt Zahlen Ordnung

Diese Frage verdichtete sich für uns in einer Begegnung mit dem vom German Design Council als „Personality of the Year“ geehrten Designer Naoto Fukasawa. Seine Aussage, Design solle dem Chaos der Natur eine menschliche Ordnung entgegensetzen, ohne dieses Chaos vollständig aufzulösen, führte zu einer weiterführenden Frage, die wir ihm stellten: Wie verhält sich diese Idee beim Design des Abstrakten, das erst im Kontext Bedeutung erlangt, nämlich bei Zahlen?

Talk von Designer Naoto Fukasawa, der als Personality of the Year beim GErman Design Award 2026 geehrt wurde.

Panel Talk mit Designer Naoto Fukasawa (© German Design Award 2026)

Fukasawas Antwort nach kurzem Nachdenken war überraschend schlicht: Design solle dem User ein Gefühl des Glücks geben.

Was zunächst poetisch klingt, beschreibt einen sehr konkreten Zusammenhang. Gutes Design befähigt. Es hilft Menschen, Informationen so zu sehen und zu verstehen, wie es ihren kognitiven und emotionalen Voraussetzungen entspricht. Wenn Zusammenhänge klarer werden, Entscheidungen sicherer und Handlungen nachvollziehbar, entsteht Selbstwirksamkeit. Und Selbstwirksamkeit zeigt sich im Arbeitsalltag als Erfolgserlebnis – als eine Form von „Glück“, die leise ist, aber Wirkung entfaltet.

Design ist Teil analytischer Intelligenz

In diesem Sinne verstehen wir die Auszeichnung nicht nur als Designpreis. Sie bestätigt einen Ansatz, den wir bei Bissantz seit vielen Jahren verfolgen: Design ist integraler Bestandteil analytischer Intelligenz. Wer Daten analysiert und visualisiert, muss verstehen, wie Wahrnehmung funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und wie menschliche Aufmerksamkeit gelenkt wird.

Blog News: German Design Award Winner 2026

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick am Smartphone

Die Gestaltung der DeltaApp folgt genau diesem Verständnis und orientiert sich an der Denkweise der Nutzerinnen und Nutzer. Typografisch skalierte Zahlen ersetzen Diagrammflächen, Farbe codiert Relevanz, Gesten folgen der Logik des Denkens. Wir sprechen von haptischem Denken: Zahlen werden so gestaltet, dass der nächste Gedanke unmittelbar angesteuert wird.

In diesem Sinne übersetzt die DeltaApp analytische Fragestellungen in eine visuelle und interaktive Logik, die gezielt Signale setzt: Was ist relevant? Wo besteht Handlungsbedarf? Und welcher nächste Schritt ergibt sich daraus?

Der German Design Award zeigt: Der Maßstab für gutes Design hat sich verschoben. Es geht um Orientierung in komplexen Umgebungen. Die überzeugendsten Arbeiten sind oft jene, die nicht laut sind, sondern die führen – Design, das sich zurücknimmt, um klare Signale zu senden und schlüssiges Handeln zu ermöglichen.

Auszeichnung als Bestätigung und Auftrag für Bissantz

Der German Design Award reiht sich für Bissantz & Company in eine Serie internationaler Auszeichnungen ein. Gemeinsam markieren sie eine klare Haltung: Wir entwickeln analytische Systeme, bei denen Design von Anfang an Teil der Lösung ist.

Gleichzeitig verstehen wir diese Auszeichnung als Auftrag. Komplexität wird bleiben, Datenmengen wachsen. Umso wichtiger wird Design, das den Menschen in seinem Denken und Handeln in einer unübersichtlichen Welt in den Mittelpunkt stellt.

Nicolas Bissantz

Diagramme im Management

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