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Dr. Nicolas Bissantz in den Nürnberger Nachrichten über KI, Entscheidungen und Tempo

Wie schnell sich die Welt der Künstlichen Intelligenz derzeit verändert, zeigt sich besonders deutlich im Silicon Valley. Auf einer Delegationsreise des Bayerischen Wirtschaftsministeriums konnte sich Dr. Nicolas Bissantz vor Ort ein Bild von der Dynamik machen: neue Anwendungen, kurze Entwicklungszyklen, eine hohe Bereitschaft, Technologien unmittelbar in die Praxis zu überführen.

Diese Eindrücke werfen auch eine Frage für Deutschland auf: Wie gelingt es, mit dieser Geschwindigkeit Schritt zu halten – und die eigenen Stärken wirksam einzusetzen?

Ein Beitrag der Nürnberger Nachrichten über Dr. Nicolas Bissantz greift diese Perspektive auf und stellt sie in einen größeren Zusammenhang. Im Kern geht es dabei weniger um einzelne Technologien als um eine grundlegende Herausforderung: den Umgang mit Daten und die Qualität von Entscheidungen.

Dr. Nicolas Bissantz im Interview mit Erik Stecher von den Nürnberger Nachrichten über die KI-Entwicklung bei Bissantz und mehr

Erik Stecher (Wirtschaftsredakteur, Nürnberger Nachrichten) mit Dr. Nicolas Bissantz (Geschäftsführender Gesellschafter) im Hauptsitz von Bissantz & Company in Nürnberg vor den hauseigenen, digitalen Leitständen für die betriebswirtschaftliche Steuerung

Daten sind vorhanden – Klarheit oft nicht

Diese Fragestellung steht seit jeher im Mittelpunkt der Arbeit von Bissantz. Seit rund drei Jahrzehnten geht es darum, große Datenmengen so zu nutzen, dass daraus bessere Entscheidungen entstehen.

In der Praxis zeigt sich: Unternehmen verfügen über enorme Datenbestände – aber nicht automatisch über mehr Klarheit. Je mehr Informationen vorhanden sind, desto schwieriger wird es oft, das Wesentliche zu erkennen.

Typisch sind Situationen, in denen scheinbar positive Kennzahlen eine kritische Entwicklung verdecken. Ein steigender Umsatz kann darüber hinwegtäuschen, dass sich die Ertragslage verschlechtert hat. Solche Effekte sind Ausdruck wachsender Komplexität.

KI als Teil einer langen Entwicklung

Was heute unter Künstlicher Intelligenz diskutiert wird, ist für Bissantz kein kurzfristiger Trend. Die Arbeit basiert seit jeher auf der Analyse von Mustern und der systematischen Nutzung von Daten.

„Im Kern geht es aber um die Automation menschlichen Verhaltens und darum, das Entscheidungsverhalten eines Experten abzubilden“, erklärt Bissantz.

KI erweitert diese Möglichkeiten erheblich. Sie hilft, große Datenräume zu durchsuchen, Abweichungen zu erkennen und Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen. Dabei steht nicht die Automatisierung im Vordergrund, sondern die Unterstützung menschlicher Urteilsfähigkeit. Bissantz setzt diesen KI-gestützten Ansatz mit Decision Intelligence um.

Geschwindigkeit als entscheidender Unterschied

Der Blick ins Silicon Valley macht deutlich, wie schnell technologische Entwicklungen heute umgesetzt werden. Neue Anwendungen entstehen in kurzen Zyklen und werden früh in die Praxis gebracht.

Deutschland verfügt gleichzeitig über andere, nicht minder wichtige Stärken: tiefes Prozesswissen, Erfahrung und ein ausgeprägtes Verständnis für industrielle Zusammenhänge.

„Wichtig ist auch das Wissen über die Anwendbarkeit der Künstlichen Intelligenz, zum Beispiel in der Fertigung. Wir haben in Deutschland Prozesswissen und Erfahrung, und dieses Wissen ist auch bei den Amerikanern gefragt“, sagt Bissantz.

Der Unterschied liegt daher weniger im Können als in der Geschwindigkeit der Umsetzung.

Kollektives Erfahrungswissen als strategischer Vorteil

Eine besondere Stärke von Bissantz liegt in der Verbindung von technologischer Entwicklung und langfristig aufgebautem Erfahrungswissen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit vielen Jahren im Unternehmen tätig. Dadurch entsteht ein tiefes Verständnis für Methoden, Zusammenhänge und typische Problemstellungen.

Dieses gewachsene Erfahrungswissen lässt sich nicht kurzfristig aufbauen. In Verbindung mit KI entsteht daraus eine besonders belastbare Grundlage für Entscheidungen – gerade bei komplexen Fragestellungen.

Zusammenspiel von Mensch und KI

Der Umgang mit KI wird zunehmend zu einer grundlegenden Kompetenz. Es geht um eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

„KI ist eine Kulturtechnik, die wir lernen müssen“, so Bissantz.

Der Umgang mit ihr erfordert Übung: das Stellen der richtigen Fragen, das Einordnen von Ergebnissen und den bewussten Dialog mit der Maschine. KI kann Zusammenhänge sichtbar machen und Optionen aufzeigen. Die Entscheidung selbst bleibt beim Menschen. Die zentrale Herausforderung liegt damit in der Anwendung: aus Daten Klarheit zu gewinnen und daraus konsequent zu handeln.

Genau darin liegt der Kern moderner Unternehmenssteuerung – und die Voraussetzung dafür, dass aus technologischen Möglichkeiten tatsächlicher Fortschritt entsteht.

"Deutschland muss mehr Gas geben" - Artikel über Bissantz & Company in den Nürnberger Nachrichten vom 4. April 2026

Ausschnitt des Artikels in der Wochenendausgabe der Nürnberger Nachrichten vom 4./5. April 2026

Den vollständigen Artikel der Nürnberger Nachrichten finden Sie hier:
Chef der Nürnberger Softwarefirma Bissantz: „Deutschland muss mehr Gas geben“

 

Nicolas Bissantz

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